Archiv für den Monat: März 2015

„Frauen wollten, die Männer nicht“

Die Wiefelsteder Schützendamen 2014 in Hannover. Die Dreitagesausflüge sind für die Frauen Highlights im Veranstaltungsjahr. Bild:privat

Die Wiefelsteder Schützendamen 2014 in Hannover.
Die Dreitagesausflüge sind für die Frauen Highlights im Veranstaltungsjahr.  Bild:privat

Abteilung des Schützenvereins Wiefelstede feiert 40-jähriges Bestehen

Die Abteilung wurde 1975 gegründet. Am 18. April wird gefeiert.

Neun Gründungsmitglieder sind noch dabei.

von Claus Stölting

„Die Frauen wollten, die Männer nicht“, erinnert sich Liane Brunken an die Zeit, als drei Frauen sich anschickten, in Wiefelstede das Schießen zu erlernen. Am 1. April 1975 wurde die Damenabteilung des Schützenvereins Wiefelstede gegründet und die Männer im Verein – so erinnert sich Gründungsmitglied Liane Brunken an die Zeit vor 40 Jahren – „waren auf breiter Front“ dagegen. „Das ist heute anders, wir sind integriert und akzeptiert“, lacht Damensportleiterin Angela Wiechmann. Das 40-jährige Bestehen der Abteilung soll am Sonnabend, 18. April, ab 17 Uhr in der Schützenhalle „im kleinen Kreis“ gefeiert werden – dort, wo damals auch die Gründung der Abteilung stattgefunden hatte.

Es sei wesentlich auch dem heutigen Wiefelsteder Schützenpräsidenten Dirk Siemen zu verdanken, dass Frauen im Schießsport im Verein akzeptiert wurden, erinnert sich Liane Brunken als eine jener drei Frauen, die damals den Anstoß zur Gründung der Damenabteilung gaben. Auch Karin Seidel war dabei – und In­grid Reese, die die Idee aus Kiel mitgebracht hatte, wo Frauen damals schon schossen. Liane Brunken war auch die erste Damensportleiterin des Vereins und gab das Amt nach 26 Jahren 2001 eben an Angela Wiechmann weiter.

Die Wiefelsteder Frauen nehmen wie die Männer an Rundenwettkämpfen teil und haben es auch schon bis zur Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft gebracht, berichtet Angela Wiechmann, die gemeinsam mit ihren Stellvertreterinnen Ingrid Janßen und Imke Martens bei den Schießabenden mittwochs strenge Disziplin walten lässt. „Schießen geht vor“, kennt sie da kein Pardon.

1976 erste Majestäten

Schon 1976 schossen die Frauen erstmals auch ihre Majestäten im Vorfeld des Schützenfestes aus. Erste Königin war Karin Seidel, ihr standen 1. Hofdame Waltraud Imken und 2. Hofdame Gertrud Döding zur Seite. Aber noch 1993 machten sich die Frauen anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Schützenvereins einen Jux und marschierten im Jubiläumsumzug so ausgestattet, wie einige Wiefelsteder Schützen sie offenbar immer noch marschieren sahen – mit Bügeleisen, Handtasche und Regenschirm.

Heute 25 Aktive

Heute ist das alles Schnee von gestern. 25 aktive Schützinnen und gut 50 Mitglieder hat die Abteilung derzeit – und die Geselligkeit ist den Frauen ebenso wichtig wie das Schießen. Wie beim alle zwei Jahre stattfindenden Dreitagesauflug, bei dem die Frauen nie wissen, wohin es geht. „Ein Highlight im Veranstaltungskalender“, wie Angela Wiechmann lachend betont.

Neun Gründerinnen dabei

An der 40-Jahr-Feier der Abteilung im April nehmen auch neun Gründungsmitglieder teil, die bis heute Mitglied sind und natürlich auch geehrt werden sollen. Neben Liane Brunken und Ingrid Reese sind das Anne Thien, Anne Wemken, Gisela Lück, Gertrud Döding, Waltraud Imken, Anke Eilers und Elke Kappen. Auch Vorstand und erweiterter Vorstand des Schützenvereins werden an der Feier teilnehmen, sagt Angela Wiechmann und erinnert daran, dass sich alle anmelden müssen, entweder über die Liste in der Schützenhalle oder unter Telefon   04402/960197.

 

Quelle: NWZonline

Vom großen Coup mit den „Killerpilzen“

Gerd Martens steht Eventteam nicht mehr vor – Nachfolger: Christian Broziat

Nachfolger ist Christian Broziat. Das Team will die Attraktivität des Wiefelsteder Schützenfestes weiter hoch halten.

von Claus Stölting
Gerd Martens (links) und Nachfolger Christian Broziat mit Schützenfest-Plakaten von 2014, 1983 und 1985. Bild: Claus Stölting

Gerd Martens (links) und Nachfolger Christian Broziat mit Schützenfest-Plakaten von 2014, 1983 und 1985.
Bild: Claus Stölting

Wiefelstede – „Den Markt beobachten, sehen was andere machen. Und Abwechslung bringen.“ Gerd Martens weiß, wie schwierig es ist, ein Schützenfest für die Leute interessant zu halten. Mehr als drei Jahrzehnte war er als Sprecher des Eventteams des Schützenvereins Wiefelstede mit seinen Helfern zuständig dafür, Besucher aufs Schützenfest zu holen. Nun hört er auf (die NWZ  berichtete).

„Zu Beginn der 80er Jahre gingen die Besucherzahlen stetig zurück“, erinnert sich der heute 59-Jährige an die Zeit, als der „Festausschuss“ des Vereins gegründet wurde – mit dem Ziel, das Schützenfest neu zu beleben. Gerd Martens, damals 27, war dabei. Es dauerte nicht lange, da blieb das Amt des Sprechers mangels Rotationswilligkeit der Vereinsmitglieder an ihm hängen. Heute gehört das Wiefelsteder Schützenfest zu den Großen im Ammerland, wird von allen Generationen besucht und ist weit über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt.

Der Festausschuss wurde 2006 in „Eventteam“ umbenannt. „Mit dem Begriff ,Festausschuss’ kannst Du den Agenturen und Managern heute nicht kommen, wenn Du gute Musikgruppen und Interpreten nach Wiefelstede holen willst“, weiß Martens: „Schon ,Schützenfest’ oder ,Festzelt’ sind grundsätzlich schwierig genug.“

Dennoch hatte es das Team 2006 geschafft, die „Killerpilze“ fürs 1. Wiefelsteder Night-festival“ am Freitagabend zu engagieren. „Er war das Timing“, erinnert sich Martens. Die Wiefelsteder hatten den Vertrag mit den „Pilzen“ abgeschlossen, als diese gerade dabei waren, bekannter zu werden. „Nachdem der Vertrag perfekt war, da ging die Gruppe plötzlich ab wie eine Rakete – und trat dann bei uns für die zuvor vereinbarten 2500 Euro auf“, freut sich Martens noch heute über den „Coup“, der 3500 Zuschauer nach Wiefelstede lockte.

In den 80er Jahren holte der Festtausschuss auch Schlager-Revuen“ für den Schützenfest-Sonntag nach Wiefelstede. Da sang Drafi Deutscher „Marmor, Stein und Eisen bricht“ oder Roy Black „Ganz in Weiß“ – und Moderatoren wie Carlo von Tiedemann führten durchs Programm.

Manche Verträge mit Künstlern nötigten dem Eventteam alles ab. Als 2007 „Torfrock“ fürs „Nightfestival“ nach Wiefelstede kam, da musste Ziegenmilch für Sänger Klaus Büchner bereitstehen. „Wir haben sogar Ziegenhalter gefragt, ob sie helfen können“, erinnert sich Martens. Getrunken hatte Büchner dann allerdings deutlich Härteres. Auch Jennifer Rostock bleibt dem Team in Erinnerung: Sie wollte ein Promi-Dixie-Klo – mit Gardine.

Mittlerweile werden von dem Team auch außerhalb des Schützenfestes Konzerte in der Mensa der ­Oberschule organisiert. „True Collins“ oder „Queen Kings“ waren schon da. Und der Erlös fließt in die Jugendarbeit des Schützenvereins.

Nun jedoch sieht Gerd Martens die Zeit für einen Generationswechsel gekommen und in Christian Broziat den richtigen Nachfolger. Gemeinsam mit Monika Helms, Fritz Büntemeyer, Eike Siemen und Jasper Spoede soll der 32-Jährige das Schützenfest weiter oben halten. Für das 122. Fest im August hat er bereits die mündliche Zusage der „House Des­troyers“ für den Freitagabend. Das „Niedersachsen Sound Orchester“ ist erstmals für den Sonntagnachmittag gebucht. Und bei der Lieselwahl am Montagabend sind „Line Six“ und DJ Paddy wieder dabei.

Gerd Martens will im Eventteam bleiben und seinen Nachfolger unterstützen. „Aber nur im Hintergrund“, sagt er.