Auch mit Handicap willkommen

Schützenverein Wiefelstede will Hemmschwellen abbauen helfen

von Claus Stölting
Im Rahmen der bundesweite Kampagne „Ziel im Visier“ lädt der Schützenverein Wiefelstede am kommenden Sonntag zum Tag der offenen Tür ein.

Im Rahmen der bundesweite Kampagne „Ziel im Visier“ lädt der Schützenverein Wiefelstede am kommenden Sonntag zum Tag der offenen Tür ein.

Am kommenden Sonntag lädt der Verein im Rahmen der bundesweiten Kampagne „Ziel im Visier“ zum Tag der offenen Tür. Interessierte mit Beeinträchtigungen sind dabei willkommen.

Der Schützenverein Wiefelstede will Menschen mit Handicap für die Teilnahme am Schießsport gewinnen. Schützenpräsident Dirk Siemen: „Wir wollen versuchen, eventuelle Hemmschwellen bei Menschen mit Handicap abzubauen und ihnen die Möglichkeit geben, über den Schießsport aktiv am gesellschaftlichen Leben im Ort teilzunehmen.“

Dabei soll keine neue Schießsportgruppe aufgebaut werden, sondern die Schützen mit Beeinträchtigungen sollen gemeinsam mit den Schützen ohne Handicap am Schießtraining teilnehmen. „Das gilt auch für Frauen, Jugendliche und Kinder“, machte Siemen im Gespräch mit der NWZ  deutlich, dass es dabei um „Inklusion“ geht – das gleichberechtigte Miteinander im Verein. Angesprochen seien natürlich auch ehemalige Schützen, die nach einem Unfall beeinträchtigt sind und vielleicht wieder mit dem Schießsport beginnen möchten.

Auch der Verein betritt mit dieser Initiative, die natürlich auch der Gewinnung neuer Mitglieder dienen soll, Neuland, sagt Siemen. Mehr Erfahrung hat da Werner Fredehorst, Präsident des Schützenvereins Etzhorn. Sein Verein betreibt bereits seit 2001 Schießsport auch für Menschen mit Handicap – und ist dabei sehr erfolgreich. Fredehorst – er ist auch Referent für Inklusion beim Oldenburger Schützenbund (OSB)  – machte im Gespräch deutlich, dass die Inklusion für die Schützenvereine noch viele Fragen aufwerfe. Der OSB habe auf seiner Internetseite Fragen und Antworten zusammengestellt, die auch den Vereinen als Hilfestellung dienen sollen. Hintergrund ist, dass der Deutsche Schützenbund die Meisterschaftswettbewerbe des Deutschen Behindertensportverbandes seit 1. Januar 2015 übernommen hat und die Wettbewerbe für Menschen mit und ohne Behinderung öffnen will. Dafür wurde auch das Regelwerk geändert.

Handicap-Schützen sind bei Wettbewerben je nach Grad der Beeinträchtigung in Klassen eingeteilt. In den Klassen sind unterschiedliche Hilfsmittel wie Hocker, Federbock oder sogar ein Ladehelfer erlaubt. „Voraussetzung für die Nutzug solcher Hilfsmittel ist ein Eintrag von 20 Prozent im Schwerbehindertenausweis“, erklärte OSB-Vizepräsident Friedrich Delmenhorst, derzeit auch amtierender Wiefelsteder Schützenkönig. Er sieht in der Inklusion eine Riesenchance für die Vereine.

Am kommenden Sonntag, 11. Oktober, nimmt der Schützenverein Wiefelstede an der bundesweiten Kampagne „Ziel im Visier“ des Deutschen Schützenbundes teil, die dazu dienen soll, rückläufige Mitgliederzahlen in den Vereinen zu stoppen und wieder mehr Menschen für den Schießsport zu begeistern. Bei diesem „Tag der offenen Tür“ in der Schützenhalle an der Gristeder Straße haben alle Interessierten Gelegenheit, selbst einmal zu schießen. Siemen: „Dabei sind uns auch Menschen mit Handicap sehr willkommen.“ In der Zeit von 10 bis 18 Uhr absolvieren die Wiefelsteder Schützen auch ihr jährliches Bedingungsschießen und das Ehrenabzeichenschießen. Für Kinder wird ein Lichtpunktschießen angeboten. Für Interessierte mit Handicap bietet der Verein auch die Möglichkeit an, abgeholt zu werden. Auch für weitere Fragen steht Präsident Dirk Siemen unter Telefon   04402/69872 zur Verfügung.

Selbst wenn der Verein bei dieser Thematik noch ganz am Anfang steht: Die Schützenhalle ist bereits barrierefrei zu erreichen, auch behindertengerechte sanitäre Anlagen stehen zur Verfügung.
Fragen und Antworten zur Inklusion gibt es beim Oldenburger Schützenbund unter   www.osb.de 

 

 

Quelle: NWZonline