Archiv der Kategorie: 2015

BESCHERUNG

Wenn Kinderaugen kräftig leuchten

Wiefelsteder beschenken seit mehr als 30 Jahren Bewohner des Kinderhofs Wehde

Wiefelstedes Schützenpräsident Dirk Siemen hat die Verantwortung für die Aktion 1994 von Klaus Seidel übernommen. Die Kinder dürfen alljährlich Wunschzettel schreiben.

„Lieber Weihnachtsmann, ich freue mich, dass ich mir wieder etwas wünschen darf…“ So oder so ähnlich beginnen zahlreiche Wunschzettel, die Wiefelstedes Schützenpräsident Dirk Siemen auch in diesem Jahr von Kindern und Jugendlichen aus dem „Kinderhof Wehde“ in Neuenburgerfeld erhalten hat. Manchmal beginnen die Briefe auch mit „Liebe Familie Siemen“ oder mit „Hallo, liebe Siemens“ oder „Liebe Familie Siemen, inklusive der netten Schützentruppe“. Alle Kinder im Kinderhof haben sich in diesem Jahr aus Wiefelstede wieder etwas wünschen dürfen zu Weihnachten – wie nun schon seit mehr als 30 Jahren.

20-jähriges Bestehen

Rund 20 Kinder leben derzeit in der privaten Einrichtung, in der sie – herausgenommen aus ihren Familien – Entwicklungsmöglichkeiten bekommen, die sonst gar nicht möglich wären, weiß Siemen. Die heilpädagogische Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung steht heute unter der Leitung von Melanie und Alexander Krumnow und feiert in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen. Vorher hieß sie einfach Kinderheim und war in Collstede angesiedelt. Damals in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts hatte sich der zweite Vorsitzende der Wiefelsteder Schützen, Klaus Seidel, vorgenommen, einer sozialen Einrichtung zu helfen, wenn er seine schwere Erkrankung überstehen sollte. Seidel überstand die Krankheit und nahm dann durch den damaligen Gemeindedirektor Wilhelm Rippen Kontakt zum Kinderheim in Collstede auf. So begann die Wiefelsteder „Weihnachtsgeschichte“. Deren Fortgang nach dem Tod Seidels im Jahr 1994 der gerade gewählte Schützenpräsident Dirk Siemen mit seinen Schützen und auch der dritten Mannschaft des SVE Wiefelstede sicherte – bis heute.

Immer im November schicken die Kinder ihre Wunschzettel ab, dürfen sich aus verschiedenen Katalogen etwas aussuchen. Wie beispielsweise Jessica, die ihren Wunschzettel an den Weihnachtsmann mit den Worten beendet: „Danke, ich hab Dich lieb. Deine Jessica“. Immer werden zwei Wünsche genannt – für den Fall, dass einer nicht in Erfüllung gehen kann. So hat sich Lisa in erster Linie Bettwäsche gewünscht und dann noch ein Buch – und unter P.S. vermerkt: „Die Bettwäsche möchte ich am liebsten haben, da ich ein Frostbeutel bin“.

Schicksale

„Hinter jedem dieser Kinder steht bereits ein Schicksal, wenn sie in den Kinderhof kommen“, weiß Dirk Siemen. Schließlich: Diese Kinder haben in ihrer „Herkunftsfamilie“ keine Perspektive. „Es ist oft hart, von Einzelschicksalen zu hören“, sagt der Schützenpräsident.

Das Geld für die Geschenke an die Kinder stammt unter anderem aus Spenden, von Knobel-Aktionen des Schützenvereins und aus einem Sparschwein, in dem die Trinkgelder in der Schützenhalle gesammelt werden. Auch die „Dritte“ des SVE Wiefelstede beteiligt sich. Die Wiefelstederin Christa Freymuth bestellt die Geschenke, verpackt sie und gibt sie dann an den Schützenverein weiter. Am 21. Dezember machen sich Schützen und Spender dann nach Neuenburgerfeld auf – für die Bescherung. Tradition ist, dass die Kinderhof-Bewohner an diesem Tag eine Weihnachtsgeschichte aufführen.

„Ultracool“

Auch Simon hat in diesem Jahr zwei Wünsche – beide Male ferngesteuerte „Monster-Trucks“ – wobei er auch den Alternativ-Wunsch „ultracool“ findet. Ultracool auch sein „Zusatz“: „Da es nicht selbstverständlich ist, irgendwelchen Heimkindern jedes Jahr an Weihnachten etwas Schönes zu schenken, bedanke ich mich total herzlich bei Euch, dass Ihr Euch die Mühe macht, den Weihnachtsmann zu mimen. Und das vor dem 24.!“

„Manchmal“ – sagt Dirk Siemen – „sieht man, wenn die Kinder mit leuchtenden Augen ihre Geschenke öffnen, auch schon ein feuchtes Auge bei den Schützen“.

 

 

Text & Bild : Claus Stölting

Quelle: NWZOnline

„Fast besser als das Original“

„dIRE sTRATS“ aus Bremerhaven nehmen Publikum schnell mit

Die Leidenschaft der Musiker sprang schnell aufs Publikum über: die „dIRE sTRATS“ kamen an in Wiefelstede. Bild: Erhard Drobinski

Die Leidenschaft der Musiker sprang schnell aufs Publikum über:
die „dIRE sTRATS“ kamen an in Wiefelstede.
Bild: Erhard Drobinski

 

Viele Zuhörer in der Mensa der Oberschule wippten, tanzten und sangen schnell mit. Der Musik konnte sich kaum jemand entziehen.

Es sollte eine Veranstaltung für die ältere Generation ab etwa 40 Jahre werden. Doch auch junge Besucher fanden am Sonnabend den Weg in die Mensa der Oberschule Wiefelstede. Dort erlebten sie einen Tribut an die Musik der „Dire Straits“ aus den 70ern und 80ern Jahren des vergangenen Jahrhunderts: Die Revivalband „dIRE sTRATS“ war zu Gast.

„Die sind ja fast besser als das Original“, war Gerold Schröder aus Nethen vom Auftritt der sechs Musiker angetan: „Dafür hätte ich auch das doppelte Eintrittsgeld gezahlt.“ Es wurden nicht nur die alten Hits gespielt, auch spätere Stücke der Band, die sich in den 90ern Jahren aufgelöst hatte, waren im gut dreistündigen Programm enthalten.

Die Leidenschaft, mit der die Musik auf der Bühne vorgetragen wurde, sprang schnell auf die Zuhörer über. Es gab kaum einen Besucher, der still stand. Es wurde im Rhythmus gewippt, mitgetanzt und hier und da auch mitgesungen. Der Musik konnte sich kaum einer entziehen, ganz gleich, welche Generation er vertrat.

Organisiert und durchgeführt wurde das Rockkonzert vom Event-Team des Schützenvereins Wiefelstede. Insgesamt war es das „10. Night-Festival“ des Schützenvereins. „Wir wollen damit der älteren Generation etwas anbieten“, erklärte Event-Manager Christian Broziat die Zielsetzung. Zum ersten Mal war er allein für die Durchführung verantwortlich, unterstützt von gut 25 ehrenamtlichen Helfern.

Mit den „dIRE sTRATS“ gelang ihm und seinem Event-Team vom Schützenverein ein absoluter Glücksgriff. Der Band um Wolfgang Uhlich, der die Gruppe vor elf Jahren gründete, geht es nicht nur darum, die Songs originalgetreu auf die Bühne zu bringen. Einige Stücke werden gewissermaßen weiterentwickelt, was den Besuchern beim Stück „Sultans of Swing“ besonders deutlich wurde. Hier wurden Passagen eingebaut, die dem Lied nichts von seiner Frische nahmen, es aber noch intensiver machten.

Ein Fan dieser Musik ist auch der erst 20-jährige Jan-Ole Janßen aus Wiefelstede. Diese Gruppe aus Bremerhaven sah er bereits zum vierten Mal und ist immer wieder neu begeistert. „Ich bin mit dieser Musik groß geworden, weil sie mein Vater immer gehört hatte. Sie ist frisch und verbreitet gute Laune.“ Er war an diesem Abend nicht der Einzige, der gegen Mitternacht sehr zufrieden nach Hause ging.

 

 

Quelle: NWZonline

Bericht: Erhard Drobinski

Noch gibt’s Karten fürs Night-Festival

Dire Strats. Foto: Antje Schimanke

Dire Strats. Foto: Antje Schimanke

Anlässlich des mittlerweile 10. Wiefelsteder Night-Festivals hat das Eventmanagement des Schützenvereins Wiefelstede – wie berichtet – für diesen Sonnabend, 21. November, die Dire-Straits-Tribute-Band „dIRE sTRATS“ verpflichtet, die ab 20.30 Uhr die Mensa der Oberschule Wiefelstede rocken soll. Die Band ist nach Angaben der Veranstalter eine der meistgebuchten Dire-Straits-Tribute-Bands in Europa, die mit Titeln wie „Walk of Life“, „Sultans of Swing“ oder „Brother in Arms“ die Fans begeistern. Karten fürs Konzert gibt es noch bis Freitag in Wiefelstede bei Lotto-Toto-Brumund, Hauptstraße 24 und bei „kiek rin“, Wemkendorfer Weg 2, sowie in NWZ -Geschäftsstellen und unter www.nordwest-ticket.de.

Auch mit Handicap willkommen

Schützenverein Wiefelstede will Hemmschwellen abbauen helfen

von Claus Stölting
Im Rahmen der bundesweite Kampagne „Ziel im Visier“ lädt der Schützenverein Wiefelstede am kommenden Sonntag zum Tag der offenen Tür ein.

Im Rahmen der bundesweite Kampagne „Ziel im Visier“ lädt der Schützenverein Wiefelstede am kommenden Sonntag zum Tag der offenen Tür ein.

Am kommenden Sonntag lädt der Verein im Rahmen der bundesweiten Kampagne „Ziel im Visier“ zum Tag der offenen Tür. Interessierte mit Beeinträchtigungen sind dabei willkommen.

Der Schützenverein Wiefelstede will Menschen mit Handicap für die Teilnahme am Schießsport gewinnen. Schützenpräsident Dirk Siemen: „Wir wollen versuchen, eventuelle Hemmschwellen bei Menschen mit Handicap abzubauen und ihnen die Möglichkeit geben, über den Schießsport aktiv am gesellschaftlichen Leben im Ort teilzunehmen.“

Dabei soll keine neue Schießsportgruppe aufgebaut werden, sondern die Schützen mit Beeinträchtigungen sollen gemeinsam mit den Schützen ohne Handicap am Schießtraining teilnehmen. „Das gilt auch für Frauen, Jugendliche und Kinder“, machte Siemen im Gespräch mit der NWZ  deutlich, dass es dabei um „Inklusion“ geht – das gleichberechtigte Miteinander im Verein. Angesprochen seien natürlich auch ehemalige Schützen, die nach einem Unfall beeinträchtigt sind und vielleicht wieder mit dem Schießsport beginnen möchten.

Auch der Verein betritt mit dieser Initiative, die natürlich auch der Gewinnung neuer Mitglieder dienen soll, Neuland, sagt Siemen. Mehr Erfahrung hat da Werner Fredehorst, Präsident des Schützenvereins Etzhorn. Sein Verein betreibt bereits seit 2001 Schießsport auch für Menschen mit Handicap – und ist dabei sehr erfolgreich. Fredehorst – er ist auch Referent für Inklusion beim Oldenburger Schützenbund (OSB)  – machte im Gespräch deutlich, dass die Inklusion für die Schützenvereine noch viele Fragen aufwerfe. Der OSB habe auf seiner Internetseite Fragen und Antworten zusammengestellt, die auch den Vereinen als Hilfestellung dienen sollen. Hintergrund ist, dass der Deutsche Schützenbund die Meisterschaftswettbewerbe des Deutschen Behindertensportverbandes seit 1. Januar 2015 übernommen hat und die Wettbewerbe für Menschen mit und ohne Behinderung öffnen will. Dafür wurde auch das Regelwerk geändert.

Handicap-Schützen sind bei Wettbewerben je nach Grad der Beeinträchtigung in Klassen eingeteilt. In den Klassen sind unterschiedliche Hilfsmittel wie Hocker, Federbock oder sogar ein Ladehelfer erlaubt. „Voraussetzung für die Nutzug solcher Hilfsmittel ist ein Eintrag von 20 Prozent im Schwerbehindertenausweis“, erklärte OSB-Vizepräsident Friedrich Delmenhorst, derzeit auch amtierender Wiefelsteder Schützenkönig. Er sieht in der Inklusion eine Riesenchance für die Vereine.

Am kommenden Sonntag, 11. Oktober, nimmt der Schützenverein Wiefelstede an der bundesweiten Kampagne „Ziel im Visier“ des Deutschen Schützenbundes teil, die dazu dienen soll, rückläufige Mitgliederzahlen in den Vereinen zu stoppen und wieder mehr Menschen für den Schießsport zu begeistern. Bei diesem „Tag der offenen Tür“ in der Schützenhalle an der Gristeder Straße haben alle Interessierten Gelegenheit, selbst einmal zu schießen. Siemen: „Dabei sind uns auch Menschen mit Handicap sehr willkommen.“ In der Zeit von 10 bis 18 Uhr absolvieren die Wiefelsteder Schützen auch ihr jährliches Bedingungsschießen und das Ehrenabzeichenschießen. Für Kinder wird ein Lichtpunktschießen angeboten. Für Interessierte mit Handicap bietet der Verein auch die Möglichkeit an, abgeholt zu werden. Auch für weitere Fragen steht Präsident Dirk Siemen unter Telefon   04402/69872 zur Verfügung.

Selbst wenn der Verein bei dieser Thematik noch ganz am Anfang steht: Die Schützenhalle ist bereits barrierefrei zu erreichen, auch behindertengerechte sanitäre Anlagen stehen zur Verfügung.
Fragen und Antworten zur Inklusion gibt es beim Oldenburger Schützenbund unter   www.osb.de 

 

 

Quelle: NWZonline