Archiv der Kategorie: 126. Schützenfest

Das ist die neue Schützenliesel in Wiefelstede

Schützenliesel 2019: Deike Gerdes (Mitte) aus Dringenburg hatte zusammen mit ihrer 1. Hofdame Wiebke Carstens (rechts) und der 2. Hofdame Annemarie Höpken allen Grund zur Freude.

Zehn junge Frauen stellten sich in diesem Jahr zur Wahl der Wiefelsteder Schützenliesel. Einige Kandidatinnen verfolgten dabei größere Ziele.

Da waren die Freude und der Jubel riesengroß, als Moderator Wolfgang Stubbe am Montagabend gegen 24 Uhr das Geheimnis um die diesjährige Wiefelsteder Schützenliesel lüftete. Deike Gerdes aus Dringenburg mit der Startnummer elf hatte die meisten Stimmen der Besucher sowie einer neutralen Jury auf sich vereinen können. Ihr zur Seite stehen die beiden Wiefelstederinnen Wiebke Carstens als 1. und Annemarie Höpken als 2. Hofdame.

Die 21-jährige Schützenliesel darf sich neben der besonderen Auszeichnung auf 1000 Euro sowie die Bereitstellung eines Mercedes Cabrio für ein Wochenende freuen. Den beiden Hofdamen wurden jeweils 300 Euro und ein Warengutschein ausgehändigt.

Unter dem lautstarken Beifall der Besucher im bis auf den letzten Platz gefüllten Festzelt ging es für die Siegerinnen zum traditionellen Ehrentanz. Schützenkönig Dieter Jürgens ließ es sich nicht nehmen, die Schützenliesel für diesen Tanz aufzufordern.

„Das ist ja der Wahnsinn“, freute sich Deike Gerdes, als nach den vielen Glückwünschen, Umarmungen und Küsschen von Freunden und den Eltern an der Sektbar ein wenig Ruhe eingekehrt war: „Ich habe an der Wahl zur Schützenliesel eigentlich nur teilgenommen, da ich demnächst von Dringenburg nach Wiefelstede umziehe. Dass ich dann auch noch gewählt werde, ist schon der Hammer.“

Insgesamt zehn junge Frauen im Alter zwischen 18 und 22 Jahren hatten sich zur Wahl gestellt. Nach einer kurzen Vorstellung auf der Bühne hatten die Kandidatinnen zunächst einen Tanz zu absolvieren, und dann ging es in einer langen Polonaise durch das Zelt zum Autoscooter. Natürlich nicht, ohne dabei die Startnummer immer gut sichtbar in die Höhe zu halten. Schließlich wollte man ja nachdrücklich auf sich aufmerksam machen.

Trotz immer wieder auftretender Regenschauer ließen es sich alle Teilnehmerinnen nicht nehmen, sich mit ihrer Nummer auf dem durchweichten Schützenplatz den vielen Besuchern zu präsentieren. Die 19-jährige Marie aus Wiefelstede mit der Nummer zehn sah die Teilnahme an der Wahl als gute Gelegenheit, „noch einmal mein Kleid vom Abschlussball zu tragen“, und Luisa (18) aus Garnholt wollte als Auszubildende im Tischlerhandwerk mit der Teilnahme auf ihren tollen Beruf aufmerksam machen. Für die unglaublich gute Stimmung im großen Festzelt sorgten die Live-Band „Smile“ und DJ Westi.

Bild & Text: Wolfgang Wittig

Quelle: NWZonline

Deike Gerdes ist Schützenliesel 2019

Schützenlieselwahl 201

Deike Gerdes ist Schützenliesel 2019

Bei der Wahl zur Schützenliesel 2019 am Montagabend zum Abschluss des 126. Wiefelsteder Schützenfestes wurde Deike Gerdes aus Dringenburg (Mitte) ihr zur Seite stehen: Wiebke Carstens (rechts) 1.Hofdame und Annemarie Höpken (links) 2.Hofdame.

Bunte Sause für den Nachwuchs

Tauschten ihre Blumenstöcke am Montagnachmittag in Wiefelstede gegen Süßigkeiten (von links): Ella, Leandro, Ida und Lenja

Bitte lächeln: Der jüngste Nachwuchs des Wiefelsteder Schützenvereins posierte in seinen Shirts.

Freikarten, Süßigkeiten, Spiel und Spaß: Der Kindernachmittag beim Wiefelsteder Schützenfest war wie immer gut besucht. Da konnte nicht einmal der Regen stören.

„Es regnet, es regnet, die Erde wird nass!“ – So beginnt ein bekanntes deutsches Kinderlied. Und so begann auch der letzte Tag – der Kindertag – beim 126. Schützenfest in Wiefelstede. Von dem bisschen Regen ließen sich die Wiefelsteder am Montagnachmittag aber nicht aufhalten. Immerhin lockten Süßigkeiten, Spiele und Freikarten für die Karussells, die auf dem Festplatz an der Gristeder Straße ihre Runden drehen.

Und so hatten sich für den großen Festmarsch knapp 500 Kinder mit Eltern, Großeltern und Freunden vor dem Vereinslokal „Rabes Gasthaus“ zusammengefunden. Begleitet vom Spielmannszug „Brass & More“ und vom Königshaus um König Dieter Jürgens ging es los. Abgesichert wurde die Strecke von der Freiwilligen Feuerwehr Wiefelstede.

Wie jedes Jahr hatten die Kinder bunte Blumenstöcke im Gepäck. Mit ihnen wurde das Festzelt nach ihrer Ankunft geschmückt. Doch nicht bevor die Kleinen ihren Schmuck gegen jede Menge Süßigkeiten eingetauscht hatten. 500 Überraschungstüten hatten die Schützen dafür noch am Montagmorgen gepackt.

Mit von der Partie war auch wieder der jüngste Nachwuchs des Schützenvereins. Rund 20 Kinder in Vereins-T-Shirts turnten über den Festplatz. Seit drei Jahren werden die dunkelgrünen Shirts an Kinder bis sechs Jahren verschenkt, wenn ihre Eltern Mitglied sind oder bei denen zumindest ein Elternteil Mitglied ist.

Bild & Text: Chelsy Haß

Quelle: NWZonline

Einmal Schützenliesel sein

Schützenliesel 2018: Neele Bruns (Mitte) und ihre Hofdamen Josefine Pioreck (l.) und Freya Schröder.

Für viele Mädchen oder junge Frauen ist es ein Traum: Einmal beim Wiefelsteder Schützenfest zur Schützenliesel gewählt zu werden. Nele Bruns erzählt, wie sie es im vergangenen Jahr erlebt hat.

Wenn sie wollte, dürfte sie noch mal antreten. Spaß hat es Neele Bruns im vergangenen Jahr auf alle Fälle gemacht. Aber die Wiefel­stederin sagt: „Das gehört sich doch nicht.“ Was sie damit meint? Ein zweites Mal zur Wahl der Schützenliesel beim Wiefelsteder Schützenfest anzutreten. Die steigt wie immer am Abschlusstag, an diesem Montag, 12. August.

An den vergangenen Wahlabend erinnert sich Neele Bruns gut und gerne. Da machte sie nämlich das Rennen. Rund 15 Bewerberinnen traten für den begehrten Titel an. „Da ist man schon ein bisschen nervös“, weiß die 18-Jährige noch genau. Sie hatte sich in Schale geschmissen, also ein langes Kleid angezogen und hübsch geschminkt. Dann ging es los. Bei der Anmeldung gab es eine Nummer. Dieses Jahr beginnt die um 21 Uhr. „Man kann sich aber auch eine aussuchen.“ Sie sei an dem Abend durch die beiden Zelte gegangen und habe für sich geworben, wie die anderen Frauen eben auch.

Um 22 Uhr stellen sich alle Kandidatinnen auf der Bühne im Zelt vor. Auch musste sie einen Tanz mit einem Partner hinlegen. Sie hatte sich für Vater Hergen entschieden. Mit ihm hat sie auch die obligatorische Runde im Autoscooter gedreht. Bei der Wahl zur Schützenliesel entscheiden sowohl eine Jury als auch das männliche Publikum, nur das darf wählen. „Die Jury kennen wir nicht. Die Jury ist geheim, damit man die Mitglieder nicht irgendwie beeinflussen kann“, berichtet Neele Bruns. Abstimmung und Auszählung beginnen an diesem Schützenfestmontag um 23 Uhr.

Eine Stunde später wird die Siegerin gekürt. „Die nicht gewonnen haben, bekommen einen Blumenstrauß. Am Ende stehen noch drei Frauen auf der Bühne, um es spannend zu machen.“ Schließlich nur noch Neele. „Ich konnte es kaum glauben. Ich musste mich erst mal sammeln. Aber irgendwie ging alles so schnell. Ich hätte lieber noch länger oben gestanden.“ Als Preisgeld gab es 1000 Euro, und ein Wochenende lang durfte sie ein Mercedes-Cabrio fahren. Das Geld hat sie noch immer auf der Bank liegen, die Cabriofahrt hat sie sich in diesem Jahr gegönnt. „Beim Fest war ich noch 17.“

Text & Bild: Jens Schopp

Quelle: NWZonline

Schützen feiern und marschieren

Marsch durch den Ort: Auch beim 126. Schützenfest war der Festumzug einer der Höhepunkte.
Musik gehört dazu: Die Gruppe „Blanke Bössels“ aus Oldenzaal in den Niederlanden

Dieter Jürgens ist der neue König. Einer der vielen Höhepunkte war der Festumzug.

Es waren einige hundert Kinder, Frauen und Männer, die am Sonntag die Kirchstraße in Wiefelstede säumten. Sie bildeten ein Spalier, als das neue Königshaus des Schützenvereins (SV) Wiefelstede um König Dieter Jürgens eintraf, um die vielen Gäste zu begrüßen.

Schon bevor sich der große Festumzug durch die Ortschaft in Bewegung setzte, trafen hier viele Neugierige ein. „Diese große Besucherzahl zeigt uns als Schützenverein, wie ganz Wiefelstede hinter uns als Verein und unserem Schützenfest steht“, unterstrich Präsident Andre Koch bereits am Samstag in seiner Rede zur offiziellen Eröffnung des 126. Schützenfestes in Wiefelstede.

In der an Höhepunkten reichen viertägigen Veranstaltung dürfte der große Festumzug noch etwas Besonderes darstellen. Neben dem Spielmannszug „brass & more“ Wiefelstede und dem Musikzug Hahn-Nethen beteiligte sich zum ersten Mal auch die Musikkapelle „Blaanke Bössels“ aus Oldenzaal in der Nähe von Enschede/NL an dem Marsch durch den Ort. „Wir sind den Schützen aus Wiefelstede bei einer anderen Veranstaltung vor einiger Zeit aufgefallen. Sie haben uns gefragt, ob wir ins Ammerland kommen würden und wir haben zugesagt“, erzählte Yannick Kropmans.

Bereits am Samstag waren sie bei der offiziellen Eröffnung, als Bürgermeister Jörg Pieper den Schützen symbolisch den Stadtschlüssel überreichen musste (was er allerdings auch gern tat). Mit ihrer flotten Musik sorgten die Niederländer für eine ausgelassene Atmosphäre. Am Sonntag gaben sie kurz vor Beginn des Umzugs, als alle auf das Königshaus warteten, spontan eine kleine Kostprobe ihres Könnens.

Dass der SV Wiefelstede auch bei den anderen Schützenvereinen ein hohes Ansehen genießt, machten die zum Teil sehr großen Abordnungen der weiteren Schützenvereine deutlich, die sich ebenfalls dem Umzug angeschlossen hatten. Dazu gehörten die Schützen aus Neusüdende, Leuchtenburg, Metjendorf, Nethen, Hahn und Gristede, die zum Teil mit 30 Mitgliedern und mehr in Wiefelstede vertreten waren.

Schon am frühen Sonntagnachmittag wurde ein erstes positives Fazit gezogen. Die Feiern am Freitag- und am Samstagabend waren insgesamt friedlich verlaufen, manche Schützen kamen erst am frühen Morgen ins Bett. Um ihr Schlafdefizit, das sich spätestens am Dienstagmorgen einstellen dürfte, ausgleichen zu können, haben Mitglieder wie Hendrik Jürgens für diese Zeit Urlaub genommen.

Er war am Sonntag gefordert, den zweiten Festumzug anzuführen. Um den großen Umzug zu entzerren, hatten sich die Verantwortlichen dazu entschlossen, drei Gruppen zu bilden, die zeitlich etwas später starteten. Bürgermeister Jörg Pieper lobte dabei den organisatorischen Ablauf und die gute Stimmung auf dem Festplatz.

Und auch der Schützenfestgottesdienst, am Samstagnachmittag zum ersten Mal (in der evangelischen Kirche) durchgeführt wurde, sprach viele Menschen an und dürfte auch im nächsten Jahr seinen Platz beim Wiefelsteder Schützenfest finden.

Bild & Text: Erhard Drobinski

Quelle: NWZonline

Vier Tage Schützenfest in Zahlen

Wie oft dürfen Königsanwärter schießen, wie viele Bierbuden gibt es beim traditionellen Schützenfest? Hier gibt es die Antworten.

Für die Wiefelsteder Schützen hat ihr Fest schon begonnen. Bereits am vergangenen Samstag wurde das neue Königshaus proklamiert. Am heutigen Freitag, 9. August, beginnt das Fest offiziell. Bis Montag, 12. August, steht Wiefelstede ganz im Zeichen des 126. Schützenfestes. Doch bevor es losgeht, hat die NWZ sich einmal nach den wichtigsten Zahlen erkundigt:

1893 wurde der Verein gegründet. Damals bestand der Vorstand aus fünf Mitgliedern – heute sind es 16. Unter anderem sind die Positionen des Medienwartes und der Damensportleiterin dazugekommen.

650 Mitglieder hat der Wiefelsteder Schützenverein.

3 Schuss hat jeder Königsanwärter. Insgesamt können 30 Ringe erzielt werden.

10 Jahre lang ist der amtierende König gesperrt. Erzielt er in dieser Zeit trotzdem das beste Ergebnis beim Schießen, darf er sich 1. Ritter nennen. „Wir haben Glück, dass wir noch viele Interessierte haben. In anderen Vereinen gibt es eine solche Sperre nicht, weil nicht so viele mitmachen“, sagt Andre Koch, Präsident des Wiefelsteder Schützenvereins.

6000 Quadratmeter misst der Wiefelsteder Schützenplatz.

4 Fahrgeschäfte gibt es. Die kleinen und großen Besucher können sich unter anderem auf ein Kettenkarussell und den Autoscooter freuen.

5 Essensstände, darunter Pommes- und Fischbuden, stehen auf dem Schützenplatz.

6 Bierbuden laden zum Verweilen ein. Selbstverständlich gibt es dort nicht nur Bier, sondern auch andere kühle Getränke.

10 Personen einer Sicherheitsfirma sorgen auf dem Schützenfest für Ordnung.

182 Mannschaften à vier Personen haben in diesem Jahr am Betriebsschießen teilgenommen, das von Montag bis Donnerstag ausgetragen wurde.

62 Jahre. So lange wird in Wiefelstede bereits die Schützenliesel gekürt.

7 Mannschaften haben in diesem Jahr am Bierkisten-Querstapeln teilgenommen – drei Frauen- und vier Männermannschaften. 2017 fand im Rahmen des Schützenfestes der erste Wettbewerb statt.

6000 Besucher werden laut Andre Koch von Freitag bis Montag beim Schützenfest erwartet. Wie viel Bier über die Theke geht, ist übrigens nicht rauszufinden. „Das ist ein gut gehütetes Geheimnis“, sagt Koch.

Bild: Claus Stölting

Text: Chelsy Haß

Quelle: NWZonline

Wettkampf schürt Vorfreude aufs Wochenende

Gut Schuss: Beim Schießen geht es zwar um Spaß, ganz ohne Ehrgeiz geht es aber auch nicht.

Gut gelaunt stehen die „Moordeerns“ vor dem Eingang der Schießsporthalle. Insgesamt acht Frauen sind es, die anschließend zum Schießstand gehen, um ihr Können unter Beweis zu stellen. Die „Moordeerns“ um Ina Wefer und Nina Ahlers nehmen es allerdings nicht so ganz genau, auch wenn sie alle dem Schützenverein Wiefelstede angehören. „Ich bin jetzt seit zwei Jahren im Verein“, erzählt Nina Ahlers. „Als wir vor drei Jahren zum ersten Mal an dem Schießwettbewerb für Betriebe, Vereine und Straßengemeinschaften teilnahmen, fanden wir es so gut, dass wir uns entschieden haben, dem Schützenverein beizutreten.“

Die acht jungen Frauen wohnen zum großen Teil in Wiefelstedermoor. „Weil wir aus dem Moor kommen, haben wir uns eben ‚Moordeerns‘ genannt“, führt Ina Wefer weiter aus. Zwei Teams werden sie bilden. Mit Alke Fricke haben sie dazu die 2. Hofdame des Königshauses in ihren Reihen.

Der Spaß steht im Mittelpunkt. „Dieser Wettbewerb ist eine tolle Einstimmung auf das Schützenfest am Wochenende“, macht Nina Ahlers den Stellenwert deutlich. „Es ist für uns eine Art Vorschützenfest.“ Und wenn sie dabei eine Platzierung erreichen, für die es einen Preis gibt, haben sie auch nichts dagegen.

Der Wettbewerb, der noch bis einschließlich Donnerstag läuft, wird in die Klassen Frauen und Männer unterteilt. Gemischte Mannschaften starten ebenfalls bei den Männern. „In den vergangenen Jahren hatten wir immer um die 180 Mannschaften, die um die Preise gekämpft haben“, so Vereinspräsident Andre Koch. Jeder Starter hat zehn Schuss, deren Ergebnisse in die Wertung einfließen. Dabei kann jeder so oft schießen, wie er möchte, muss für die weitere Munition aber nachzahlen. Die Siegerehrung sowie Preisverteilung findet am Montag, 12. August, um 19 Uhr in der Schützenhalle Wiefelstede statt.

Mit dem ersten Platz rechnet bei den „Moordeerns“ übrigens niemand. „Zuletzt hat immer nur ein Team gewonnen, die schießen einfach zu gut“, so Nina Ahlers. Nicht nur das Schießen, auch das Bierkistenstapeln wird sie im Vorfeld des 126. Schützenfestes auf den Festplatz locken. Seit drei Jahren wird dieses besondere Spektakel durchgeführt, wobei die Kisten horizontal gestapelt werden müssen. „Hierzu erwarten wir an diesem Donnerstag wieder viele Zuschauer“, freut sich Andre Koch auf diesen besonderen Spaß. Das Team der „Jungbullen“ aus Wiefelstede, das in diesem Jahr Deutscher Meister im Bierkistenstapeln wurde, wird wahrscheinlich nicht an den Start gehen, weil das Team Verletzungssorgen plagen.

Bild & Text : Erhard Drobinski

Quelle: NWZonline

Ex-König freut sich aufs Fest

Nicht vergessen: Dirk Siemen zeigt auf das Plakat des Schützenfestes, das vom 9. bis 12. August gefeiert wird .

Im vergangenen Schützenjahr war der ehemalige Vorsitzende des Wiefelsteder Schützenvereins auch Schützenkönig. Doch welche Aufgaben beinhaltet dieses Amt eigentlich?

Drei Stunden musste das Wiefelsteder Schützenvolk am vergangenen Samstag ohne König auskommen. Die Zeit auf dem Schützenthron war für Dirk Siemen abgelaufen, sein Nachfolger Dieter Jürgens musste samt Königshaus erst proklamiert werden.

Das Warten sollte sich aber lohnen, denn der neue König nahm das Zepter vor den Augen der Bevölkerung auf dem vollen Schützenplatz an. Dieter Jürgens kann sich nun über 1500 Euro Königsgeld und eine königliche Versicherung freuen. Aber es warten auch einige Pflichten auf ihn.

Dirk Siemen war bereits 2003 schon einmal König – drei Jahre danach 1. Ritter und wiederum 2015 2. Ritter – und betrat somit 2018 kein Neuland, als er wieder den Thron besteigen durfte. Doch wie wird man eigentlich Schützenkönig? Zuerst gibt es ein Königsschießen unter den Mitgliedern des gastgebenden Vereins. Dabei wird berücksichtigt, dass man vorher mindestens zehn Jahre kein König gewesen ist – sonst kann man nicht gewinnen.

„Diese Frist wurde vor ungefähr 30 Jahren eingeführt“, erinnert sich Dirk Siemen. „Es wurden gewisse Leute immer wieder Schützenkönig. Das wollte man verhindern und verlängerte die Sperre von fünf auf zehn Jahre.“ Wer sich auf der Teilnehmerliste trotz Sperre nach oben schießt, wird 1. Ritter – sofern er das nicht auch bereits war.

Ist der neue König proklamiert, bekommt dieser einen Laufplan vom Vorstand des Schützenvereins. Der beinhaltet diverse Aufgaben, die über das Schützenjahr verteilt sind: zum Beispiel befreundete Schützenvereine und andere Feierlichkeiten wie den Schützenball besuchen.

Die Proklamation ist für den Wiefelsteder Verein äußerst wichtig. „Es gab schon mal einen Anwärter vor ungefähr sechs Jahren, der König werden sollte. Der war aber wenigstens so ehrlich und sagte, dass er nach dem Schützenfest drei Wochen im Urlaub sei.“ So wurde ein anderer König proklamiert. „Der König ist schließlich zum Repräsentieren da.“

Am Schützenfestsamstag, 10. August, geht es ins Rathaus. Dort folgt die Schlüsselübergabe von Wiefelstedes Bürgermeister Jörg Pieper an den neuen König – also: Dieter Jürgens. Der hat für drei Tage die symbolische Gewalt über die Gemeindeverwaltung. Erst am Dienstag, 12. August, geht der Schlüssel zurück.

Die laut Dirk Siemen größte Aufgabe des Königs folgt in den Morgenstunden des Schützenfestsonntags. Um 8 Uhr weckt der vereinseigene Spielmannszug „Brass and More“ den König auf musikalische Art und Weise. Dann wird gemeinsam gefrühstückt. Anschließend wird es in der Straße des Königs schon mal voller. Es sind nämlich nicht nur die Ritter anwesend, sondern auch die Nachbarschaft des Königs. Findet man keinen Platz, um das Frühstückszelt aufzubauen, wird von den Schützen schon mal die Straße gesperrt. Um 13 Uhr wird dann der König beim Gasthof abgeholt und empfängt die auswärtigen Vereine. Am Montag stellt sich Dieter Jürgens noch den Jungschützen.

Wenn der 67-jährige Wiefelsteder Dirk Siemen einen Wunsch frei hätte, so wäre es, dass der eigene Spielmannszug, aber auch alle anderen Züge beim Marschieren wieder Marschmusik spielen: „Viele wissen bei der neuen Musik nicht, wie sie marschieren und treten sollen. Schön wäre es für alle Schützen, wenn sie einheitlich wieder eingeführt werden würde.“

Die Marschlänge ist indes in Wiefelstede durchaus überschaubar. „Wir wollen unsere Gäste nicht durch den Ort jagen“, verspricht Dirk Siemen. Der Marsch geht über eine Strecke von 600 Metern.

Nur lobende Worte hat der ehemalige Schützenkönig für Hauptmann Marcus Müller. „Er sorgt für den einheitlichen Look“, erklärt Dirk Siemen. Das sei aber noch nicht alles. Müller sei es ebenso, der bei auswärtigen Märschen jedes Mal eine Wiefelsteder Delegation zusammenstelle und so die Außendarstellung des Clubs organisiere.

Text & Bild:Niklas Grönitz

Quelle: NWZonline