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Die Bierkästen werden wieder quer gestapelt

Jede Menge Druck: Der ist erforderlich, damit die Reihe der gestapelten Bierkisten nicht auseinander bricht.

Die Bierkästen werden vor dem Schützenfest wieder quer gestapelt. Die ersten Mannschaften trainieren schon auf dem Schützenplatz.

Mehr als 280 leere Bierkisten hat Thomas Brüntje gut weggeschlossen. Die werden gebraucht. Und zwar ab Dienstag, 9. August. Dann startet sozusagen das Vorprogramm des Wiefelsteder Schützenfestes. Und das ist das Querstapeln von Bierkästen. Das letzte Mal fand die Gaudi 2019 statt. Die geplanten Feste danach fielen bekanntlich der Corona-Pandemie zum Opfer. Jetzt organisiert Thomas Brüntje, Wirt in der Schützenhalle, den Spaß wieder.

Worum geht’s beim Bierkisten-Querstapeln? Die Teams aus fünf Staplern haben maximal 15 Minuten Zeit und müssen dabei möglichst viele Bierkisten horizontal stapeln – und dann fünf Sekunden in der Luft halten. Die Kante, an der Kiste in Kiste greift, ist gerade mal einen Zentimeter hoch: Da ist vorne und hinten in der Stapelreihe viel Druck nötig, um die Kisten zusammenzuhalten. Und die übrigen Teammitglieder reichen dem „Vorstapler“ nicht nur die Kisten an, sondern müssen auch immer wieder die Reihe zusammenhalten, damit sie nicht auseinanderbricht.

Zwei Tage Vorrunde

Die ersten Mannschaften trainierten bereits regelmäßig auf dem Schützenplatz, weiß Thomas Brüntje. „Einige Teams haben noch gar nicht trainiert“, sagt Brüntje. Die gingen wohl ohne Übungsstunden in den Wettbewerb. Auch das Team einer Wiefelsteder Zimmerei könne nicht üben. „Die haben auf dem Bau so viel zu tun. Die haben gar keine Zeit zu trainieren“, so der Gastronom des Schützenvereins Wiefelstede.

An den ersten beiden Tagen, Dienstag, 9., und Mittwoch, 10. August, ist die Vorrunde angesagt. Einen Tag vor dem Start des Schützenfestes, Donnerstag, 11. August, steigt dann das Finale. „Da waren bei der vergangenen Finalrunde gut 800 Menschen auf dem Schützenplatz“, erinnert sich Thomas Brüntje. Man sei am Finaltag geradezu überrannt worden.

Sowohl Frauen- als auch Männerteams treten bei dem Wettbewerb an. Und zwei Wiefelsteder Mannschaften, Frauen und Männer, sorgten vor drei Jahren auch außerhalb der Gemeinde für Furore. Die Wiefelsteder Stapelteams „Jungbullen“ bei den Herren und „Rosatas“ bei den Damen sorgten bei den offenen Deutschen Meisterschaften im Bierkisten-Querstapeln in Rotenburg für eine faustdicke Überraschung. Die bis dahin noch ungeschlagenen Meister vom „Werkstattclub“ aus Scheeßel verloren ihren Titel. Die „Jungbullen“ brachen den Rekord und siegten mit 72 Kisten. Und die Damen taten es ihnen nach: Die „Rosatas“ gewannen mit 34 Kisten gegen die „Black Magic Girls“ aus Bothel, die es auf 31 Kisten in Reihe brachten.

Sauerländer Kisten

Die leeren Bierkisten in Wiefelstede stammen von einer Brauerei im Sauerland. „Die bringen die Bierkisten nach Wiefelstede“, so Brüntje. Er bezahlt an die Brauerei nur das Pfandgeld, das er nach dem Wettbewerb wieder bekommt.

Wer mit einer Mannschaft beim Bierkastenstapeln mitmachen möchte, kann sich bei Timo Broziat vom Wiefelsteder Schützenverein anmelden. Und zwar per E-Mail unter: timo.broziat@schuetzenverein-wiefelstede.de

ICH BIN RUNDUM STOLZ AUF DIESEN VEREIN

„ICH BIN RUNDUM STOLZ AUF DIESEN VEREIN!“ -DIRK SIEMEN ÜBERGIBT PRÄSIDENTENAMT Andre Koch zum neuen Präsidenten des Schützenvereins Wiefelstede gewählt.

Eine Ära geht im Schützenverein Wiefelstede zuende. Dirk Siemen stand 25 Jahre lang als Präsident an der Spitze eines der mitglieder-stärksten Schützenvereine der Region. Jetzt wollte er jüngeren Platz machen und stand nicht wieder zur Wahl. Die Generalversammlung stand ganz im Zeichen des Abschieds.

25 Jahre sind gut genug, dachte sich Dirk Siemen. Der Präsident des Schützenverein Wiefelstede e.V. trat auf der Generalversammlung nicht mehr zur Wahl an. Wohl kaum zuvor war eine Versammlung des rührigen Vereins von mehr Mitgliedern besucht worden als diese am Rosenmontag des Jahres 2019. In Anerkennung seiner Verdienste und umsichtigen Vereinsführung hatten sich viele Gäste anlässlich der diesjährigen Generalversammlung eingefunden. Sylvia Bäcker, stv. Bürgermeisterin, die den erkrankten Bürgermeister Jörg Pieper vertrat, machte in ihrem Grußwort deutlich, was Dirk Siemen in den 25 Jahren als Präsident für den Verein alles ermöglicht hat: „Mit Dirk Siemen steht ein Mann an der Spitze dieses Vereins, der das Motivieren und Delegieren in bester Manier beherrschte. Dirk Siemen und der Schützenverein Wiefelstede, das war ein erfolgreiches Zusammenspiel, das Respekt und Anerkennung verdient.“ Für den Oldenburger Schützenbund waren Vizepräsidentin Marion Siemer und Vizepräsident Stefan von Aschwege gekommen, um den scheiden-den Präsidenten für seine große Leistung zu danken. „Dank Dirk Siemen ist der Schützenverein Wiefelstede zu einer der bedeutendsten Schützenvereine der Region aufgestiegen“, so Marion Siemer. Sie dankte dem scheidenden Präsidenten für sein großes Engagement und wünschte dem Nachfolger viel Erfolg in dessen neuem Amt. Im Anschluss konnten die beiden Vertreter des Oldenburger Schützenbundes eine große Anzahl langjähriger Mitglieder ehren. Mit einem besonders langanhaltenden Beifall wurde hier Christian Tapken gefeiert, der auf eine 70-jährige Mitgliedschaft zurückblicken kann.

In seinem Bericht über das abgelaufene Jahr zog der scheidende Präsident und noch aktuelle Schützenkönig eine positive Bilanz. Im Mittelpunkt stand im Jahr 2018 natürlich das 125-jährige Jubiläum mit dem Festakt vor vielen geladenen Gästen und dem großen Festumzug durch den Ort. „Ich erinnere mich noch gut“, so Dirk Siemen, „es war der wohl heißeste Sommer seit vielen Jahren und es gab nur einen Tag, an dem es wie aus Eimern regnete. Das war der Tag unseres Festumzuges. Aber es war dennoch ein riesiges Erlebnis.“ Siemen dankte noch einmal allen Mitgliedern, die daran mitgewirkt hatten: „Ich bin rundum stolz auf unsere Mitglieder, denn dieses Jubiläumsjahr ist mit seinen vielen Höhepunkten in die Geschichte eingegangen.“ Zum Schluss seines Be-richtes kam dann doch noch etwas Wehmut auf. Mit einem persönlichen State-ment verabschiedete sich Dirk Siemen von der großen Bühne der Wiefelsteder Schützen. „Vor genau 25 Jahren habe ich von Ingo Zimmermann den Vorsitz des Vereins übernommen. Vielleicht habe ich am Anfang die damit verbundene Arbeit unterschätzt, denn an diesem Posten hängt mehr als man oft von Außen sieht. Inzwischen sehe ich unseren Schützenverein wie eine große Firma.“ Dirk Siemen bedankte sich bei allen Vereinsmitgliedern, die ihn in den Jahren sei-ner Präsidentschaft unterstützt haben. „Ich wünsche meinem Nachfolger eine glückliche Hand und für die Zukunft alles Gute bei der Vereinsführung. Ich ziehe mich nun aufs Altenteil zurück, stehe aber natürlich gerne zur Verfügung, falls mein Rat doch noch mal benötigt werden sollte. Ich war gerne Euer Präsident!“

Nachdem der Kassenführer Dieter Jürgens den Bericht über die Finanzen vorge-stellt und nur positive Zahlen vorzulegen hatte, konnte der Bericht der Kassen-prüfer ebenfalls nur positiv ausfallen. Die Versammlung entlastete folgerichtig den Vorstand. Es schloss sich der mit Spannung erwartete Tagesordnungspunkt „Wahlen“ an. Wie es in einem gut geführten Verein üblich ist, so hatte auch hier der Vorstand die entsprechenden Weichen gestellt. Einstimmig zum neuen Präsidenten gewählt wurde Andre Koch, der bisher das Amt des 1. Vizepräsidenten inne hatte. Die weiteren Ergebnisse der Vorstandswahlen: 1. Vizepräsident wurde Timo Broziat und für den in den Ruhestand getretenen Hauptmann Jan-Gerd Wemken wurde Markus Müller gewählt. Holger Hagendorff wurde als Schriftführer bestätigt.

Quelle: Der Wiefelsteder Nr.4 2019

Bild & Text: Wolfgang Wittig

„Ich war gerne euer Präsident“


Ehrenmitglieder und neuer Vorstand (von links): Dirk Siemen, Timo Broziat, Andre Koch, Marten von Lienen und Jan-Gerd Wemken.
Bild: Claus Stölting
Sie wurden für ihre langjährige Treue geehrt: Christian Tapken (sitzend, 2. von links) ist bereits seit 70 Jahren Mitglied im Schützenverein Wiefelstede. Auch bei seiner Ehrung gab es stehende Ovationen.
Bild: Claus Stölting

AMTSWECHSEL IN WIEFELSTEDE

„Ich war gerne euer Präsident“

25 Jahre stand Siemen dem Verein vor. Er wurde von 133 anwesenden Mitgliedern ebenso zum Ehrenmitglied gewählt wie Jan-Gerd Wemken, der nach 21 Jahren das Amt des Hauptmanns an Marcus Müller abgab.

25 Jahre hat er die Geschicke des Schützenvereins Wiefelstede als Präsident gelenkt, am Montagabend gab Dirk Siemen sein Amt in jüngere Hände: Andre Koch, bisher 1. Vizepräsident, wurde einstimmig zu Siemens Nachfolger gewählt. Zum 1. Vizepräsidenten wählte die Versammlung Timo Broziat, der gemeinsam mit Koch und dem 2. Vizepräsidenten Marten von Lienen das neue, junge Führungstrio des Vereins bildet. 133 anwesende Mitglieder, deutlich mehr als sonst bei den Generalversammlungen, zollten Siemen auch mit stehenden Ovationen Respekt und sagten Danke.

Dirk Siemen (66) hatte seinen Rückzug aus der Präsidentschaft lange vorbereitet und mit Andre Koch und Marten von Lienen schon frühzeitig jüngere Leute in den Vorstand des ganz aktuell 665 Mitglieder zählenden Vereins geholt. Das 125-jährige Bestehen des Vereins im vergangenen Jahr wurde noch unter seiner Präsidentschaft ein großer Erfolg – und auch Schützenkönig wurde Siemen im Jubiläumsjahr. „Mehr geht nicht“, hatte er denn auch bereits vor einigen Wochen im Gespräch mit der NWZ über seinen bevorstehenden Rücktritt erklärt.

Erinnerungen an das Jubiläumsjahr 2018

In seinem letzten Rückblick auf ein abgelaufenes Jahr erinnerte Siemen ans Jubiläumsjahr 2018 mit einem imposanten Festumzug und betonte, er sei „rundum stolz auf die Mitglieder, denn dieses Jubiläumsjahr ist mit seinen vielen Höhepunkten in die Vereinsgeschichte eingegangen.“

Stellvertretende Bürgermeisterin Sylvia Bäcker dankte Siemen ebenso für seinen Einsatz fürs Schützenwesen wie die OSB-Vizepräsidenten Marion Siemer und Stefan von Aschwege. Letztere ehrten in der Versammlung zudem viele langjährige Mitglieder für ihre Treue zum Verein.

70 Jahre: Christian Tapken.

60 Jahre: Heinz Ahlers, Diedrich Hobbie, Heinz Kuck, Fritz Reins, und Friedrich Tapken.

50 Jahre: Rolf Bödeker, Heinrich Klarmann, Fritz Papenhusen, Dirk Siemen und Rolf Thien.

40 Jahre: Gerd Bäkermann, Uwe Fastje, Volker Hagendorff, Magdalene Hahn, Irmtraud Klün, Wilfried Reins.

25 Jahre: Bernd Ahlers, Dieter Bärwinkel, Timo Gonnsen, Fritz Grimm, Jens Hullmann, Ingrid Janßen, Peter Kuhn, Frank Ovie, Fritz Peters, Horst Schröder und Günter Schröder.

Nicht alle zu Ehrenden waren an diesem Abend anwesend.

Friedrich Delmenhorst, an diesem Abend zum Wahlleiter bestimmt, formulierte es schließlich so: „Dein Verein ist auf Dich stolz.“ Für Ehefrau Elisabeth, die den Präsidenten nach Angaben Delmenhorsts „immer hat laufen lassen und ihm den Rücken für seine Tätigkeit frei gehalten hatte“, gab’s zum Dank einen Blumenstrauß. Bevor dann der neue Präsident gewählt wurde, wählte die Versammlung Dirk Siemen erst einmal zum Ehrenmitglied des Vereins. Diese Ehre wurde auch Jan-Gerd Wemken zuteil. 21 Jahre war er Hauptmann im Schützenverein Wiefelstede – und gab nun seinen Säbel an seinen Nachfolger Marcus Müller weiter. Das Putzen seines Säbels werde Wemken wohl am ehesten fehlen, flachste Delmenhorst im Blick auf den Werdegang des scheidenden Hauptmanns im Verein.

Mitarbeiter des Vorstandes

Dirk Siemen wurde dann noch einstimmig zum „Mitarbeiter des Vorstands“ gewählt – in ein Amt, dass der Verein gerne auch mit einem jüngeren Mitglied besetzen würde, um weiter jüngere Leute in die Vorstandsarbeit hineinwachsen zu lassen, wie Delmenhorst erklärte.

Der neue Präsident Andre Koch betonte die „großen Fußspuren“, die sein Vorgänger hinterlasse. Koch kündigte an, in den kommenden Wochen alle Abteilungen des Vereins besuchen und alle Leute kennenlernen zu wollen.

Bei einem Überschuss in der Vereinskasse von fast 8500 Euro, den Kassenwart Dieter Jürgens – seit 37 Jahren im Amt – in der Versammlung bekanntgab, wurden die Mitgliedsbeiträge nicht erhöht.

Dirk Siemen übrigens gönnte sich nach seinem Rückblick auf 2018 noch ein Wort „zum Abschluss“. Er machte deutlich, dass er die Aufgabenvielfalt des Amtes nie allein hätte bewältigen können und dankte alle Mitgliedern, die ihn in all den Jahren bei seiner Arbeit unterstützt hatten – und schloss seine Ansprache mit den Worten: „Ich war gerne euer Präsident.“

Bild & Text: Claus Stölting

Quelle: NWZonline

DANKE !

Unter lang anhaltenden Applaus wurde Dirk Siemen verabschiedet.
Bild: Fritz Büntemeyer

25 Jahre hat Dirk Siemen Verantwortung übernommen und als Präsident den Schützenverein Wiefelstede mit großem persönlichem Zeitaufwand geleitet. Den Vorstand hatte Siemen rechtzeitig schon vor Jahren verjüngt und Andre Koch und Marten von Lienen als 2. und 3. Vorsitzenden mit ins Boot geholt. Hier stand für Ihn schon fest, dass er zu gegebener Zeit von seinen Aufgaben als Präsident entbunden werden möchte.

Ihm ist maßgeblich zu verdanken, dass wir heute nicht irgendein kleiner Schützenverein sind, sondern ein mittlerweile weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannter Schützenverein mit zahlreichen sportlichen Erfolgen! In dieser langen Zeit meisterte er auch viele Neuerungen, wie zuletzt die Modernisierung unseres Schießstandes. Er war stets motiviert und konnte so andere mit motivieren. Dabei hat er aber nie vergessen das der Spaß am Schützenwesen im Vordergrund stehen muss.

Dafür danken wir Ihm herzlich!

Sein Amt liegt jetzt in jüngeren Händen: Andre Koch, wurde bei der Generalversammlung einstimmig zu seinem Nachfolger gewählt. Ihm zur Seite stehen Timo Broziat (1.Vizepräsident) und Marten von Lienen (2.Vizepräsident).

VOM START IM JAHR 1893 BIS HEUTE – EIN VEREIN MIT GROSSER TRADITION

VOM START IM JAHR 1893 BIS HEUTEEIN VEREIN MIT GROSSER TRADITION

Dieser Vorstand führt den Schützenverein in das 125jährige Jubiläum (v.l.): Andre Koch (1. Vizepräsident), Timo Broziat (2. Kassenführer), Monika Helms (Jugendsportleiterin),
Dirk Siemen (Schützenpräsident), Dieter Jürgens (Kassenführer), Marten von Lienen (2. Vizepräsident) und Holger Hagendorff (Schriftführer).

Nicht viele Vereine in der Region können auf eine solch lange und vor allem auch erfolgreiche Geschichte wie der Wiefelsteder Schützenverein zurückblicken. In den 125 Jahren seines Bestehens hat der Verein in Wiefelstede Geschichte geschrieben. „Der Wiefelsteder“ blickt zurück in die Anfänge und die Entwicklung des Vereinsgeschehens bis heute.

An einem Sonntag im Juni 1893 trafen sich in Johann Tapken´s Gasthaus – dort wo heute das Wiefelsteder Rathaus steht – eine kleine Anzahl Männer zur ersten Generalversammlung des neu gegründeten Schützenvereins. Zum „Vorstand der ersten Stunde“ wurden fünf Männer gewählt. Gerhard Brumund aus Wiefelstede führte als erster gewählter Direktor den neu gegründeten Verein. Zu seinem Stellvertreter wurde Hinrich Gerhard Claußen aus Wemkendorf gewählt. Die Schießwettbewerbe wurden auf einem Grundstück, das etwa 20 Minuten Fußmarsch vom Dorf Wiefelstede entfernt lag, durchgeführt. Die ersten Schützenfeste fanden auf dem Platz vor dem Hause des Wirtes Eilers statt. Ein Jahr nach der Vereinsgründung wurde auch schon das erste Königsschießen durchgeführt. Johann Kuck durfte sich als erste Majestät des Wiefelsteder Schützenvereins eintragen lassen.

FESTPLATZ „UP´N BOOM“

Die damals rund 40 Mitglieder waren nicht zufrieden mit der großen Entfernung aus dem Dorf zum Schießstand und suchten nach einem geeigneteren Platz. Dieser wurde schließlich auf der rechten Seite an der Straße nach Spohle gefunden. Da die Vereinsfinanzen für den Bau einer Schützenhalle nicht ausreichten, wurden Anteilscheine ausgegeben, die schnell abgesetzt werden konnten. Der Chronist stellt an dieser Stelle fest, dass der Verein nicht nur in heutiger Zeit, sondern auch zu seiner Gründerzeit flexibel, konsequent und schnell handeln konnte. So entstand in Eigenleistung die Schießhalle auf dem neuen Grundstück, das später den Namen „Up´n Boom“ erhalten sollte. Das erste Schützenfest auf diesem Platz konnte bereits am 24. August 1896 stattfinden. So folgten Jahr für Jahr die Schützenfeste, die sich schnell als Höhepunkte im Vereins- und Dorfleben von Wiefelstede entwickelten. Das hat sich bis zum heutigen Tage nicht geändert. Nach und nach wurden Kontakte zu den Nachbarvereinen aufgenommen. Es wurden Freundschaftswettkämpfe ausgetragen und die Mitgliederzahl stieg peu a peu an. Während des Ersten  Weltkriegs fanden keine Schützenfeste statt. Bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs fanden weiterhin Wettkämpfe und die Schützenfeste statt. Mit dem Ende des Krieges untersagte die englische Besatzungsmacht dem Schützenverein sämtliche Aktivitäten, was letztendlich das Ende des Vereins bedeutete.Mit der zunehmenden Stabilisierung der Verhältnisse wurde auch wieder der Wunsch nach einem Aufl eben des Vereins wach. Eine erste Zusammenkunft fand am 6. August 1949 statt, an dem sich 29 ehemalige Mitglieder im Lokal des Gastwirts Rabe trafen.
Geleitet wurde die Versammlung vom damaligen Bankleitrer der Raiffeisenbank Kurt John. Da sich später herausstellte, dass der alte Verein gar nicht abgemeldet worden war und durch die „Neugründung“ nun zwei Nummern unter dem Begriff „Schützenverein Wiefelstede“ im Vereinsregister eingetragen waren, hätte es zu dieser Aktion gar nicht kommen müssen. Aber, doppelt hält eben besser.

NEUER FESTPLATZ „AM HÖRNER KROOG“

So ging es nach der „Neugründung“ unter dem 1. Vorsitzenden Christian Hienen schnell bergauf. Das Vereinsleben kam wieder richtig in Schwung. Das letzte Schützenfest „Up´n Boom“ fand im Jahr 1951 statt. Ein Jahr später trennte man sich von dem Grundstück und kaufte ein neues in günstiger Lage an der Gristeder Straße neben dem Hörner Kroog. Hier wird auch heute noch das Schützenfest gefeiert. So konnte schließlich das 59. Schützenfest als erstes auf dem neuen Festplatz „Am Hörner Kroog“ gefeiert werden. Die älteren Schützen erinnern sich noch heute an das Fest. Denn in der Nacht gegen drei Uhr heulten die Sirenen. Die Bäckerei Mühlenfeld brannte. Obwohl sich ein Teil der Feuerwehrmänner, die auch dem Schützenverein angehörten, noch auf dem Schützenplatz befanden, warensie in kürzester Zeit beim Brand und im erfolgreichen Einsatz. Das Schützenfest Nr. 64 im Jahr 1957 sorgte für eine Premiere, die bis heute für Furore sorgt. Es wurde zum ersten Mal die Schützenlieselwahl durchgeführt. Helga Haake durfte sich nicht nur die Siegerschärpe umhängen lassen, sondern erhielt obendrein eine von Walter Imken gestiftete Rhein-Mosel-Fahrt. Nach 82 Jahren war es zudem an der Zeit, dass die Männerdomäne im Verein ein Ende hatte. Die ersten Schützendamen hielten 1975 Einzug in den Verein.

SPORTLICHE ERFOLGE IM VORMARSCH

Der sportliche Aspekt neben dem Geselligen fand immer mehr Anreiz und die Erfolge der Schützenklasse ließen nicht lange auf sich warten. So konnten in den Jahren 1977, 1979, 1981 und 1983 auf den Deutschen Meisterschaften in München große Erfolge verzeichnet werden. Der Startschuss zum Schützenfest ist heute nicht mehr denkbar ohne die drei Kanonenschläge und natürlich nicht ohne die „Wiefelsteder-Schützenpolka“. Die Premiere hierzu fand auf dem 89. Schützenfest statt. Das „Westerwald-Echo“hatte dieses Lied mitgebracht und es fehlt heute bei keiner Eröffnung auf dem Rathausplatz.

 

Text & Bild: Wolfgang Wittig